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Weniger ist mehr!

    Nicht erst seit Marie Kondo und anderen Minimalismus-Vertreter*Innen ist bekannt: Zu viel Konsum ist nicht nur schlecht für den Planeten, sondern auch für unsere Psyche. Mehr Besitztümer bedeuten höhere Kosten sowie mehr Arbeit und Zeit um sie zu pflegen und aufzuräumen. Dabei liegt ein Großteil der zunächst heißbegehrten Neuanschaffungen nach kurzer Zeit nur ungenutzt herum. Nach Ende ihrer Lebensdauer, ob sie nun kaputt sind oder einfach nicht mehr gewünscht, landen sie dann meistens im Müll.

    Die Lösung ist ein bewussterer Konsum. Weniger Stress, mehr Zeit und geringere Kosten für uns, weniger Ressourcenausbeute, Müll und CO2 für die Umwelt. Win-win.

    Worum geht es?

    Fast ein Viertel des durchschnittlichen privaten CO2-Ausstoßes ist auf den Konsum von Gegenständen und Dienstleistungen zurückzuführen.1 Dazu zählt beispielsweise der Kauf von Kleidung, Möbeln, Spielzeug und Elektronik, aber auch klimarelevante Freizeit- und Urlaubsaktivitäten. Die meisten Konsumgüter haben zudem weitere verheerende Folgen für Umwelt und Mensch: 35 % des Mikroplastiks stammt aus synthetischer Kleidung, 16 % aller Insektizide weltweit werden auf Baumwollfeldern versprüht2, Lithiumabbau verseucht die umliegenden Gewässer5 und es gibt schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen entlang fast aller Produktionsketten.

    Beispiel: Für die Produktion eines T-Shirts aus Polyester entstehen 5,5 kg CO2-Äquivalente, bei einem Baumwoll-Shirt sind es immerhin noch 2,1 kg.2 NäherInnen aus Bangladesch haben dabei ein Monatsgehalt von 50-60 € ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub.3

    Was bringt es?

    Einen Monat lang nichts außer Lebensmitteln und essentiellen Hygieneprodukten zu kaufen, spart ca. 0,3 Tonnen CO2-Äquivalente.1 Außerdem macht es dich glücklicher!4

    Würden das 10 % der Deutschen für ein Jahr machen, ergäbe das eine Einsparung von 28,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten oder entspräche der Jahresemission von 2,4 Millionen Personen.

    Infos und Tipps

    • Selbstverständlich kannst du nicht immer auf Konsum verzichten. Du kannst dir aber bei jeder Neuanschaffung folgende Fragen stellen:
      1. Habe ich bereits genug?
      2. Kann ich etwas reparieren oder zweckentfremden?
      3. Kann ich es ausleihen?
      4. Kann ich es selbst machen?
      5. Kann ich es gebraucht kaufen?
    • Ein Neukauf ist nicht zu vermeiden? Dann achte auf faire Arbeitsbedingungen und gute Qualität. Lieber ein hochwertiges, langlebiges, reparierbares Teil kaufen, als mehrfach etwas Billiges. Das spart langfristig Geld und ist außerdem gut für die Umwelt.

    Du willst noch mehr bewegen?

    Du kannst nähen, schweißen oder einfach gut reparieren? Biete deine Fähigkeiten im Freundeskreis an, z. B. gegen eine leckere Mahlzeit! So schont ihr die Umwelt und habt auch noch ein schönes gemeinsames Erlebnis.

    Quellen

    1 https://uba.co2-rechner.de/de_DE
    2 https://www.quarks.de/umwelt/kleidung-so-macht-sie-unsere-umwelt-kaputt/
    3 https://taz.de/Textil-Mindestlohn-in-Bangladesch-erhoeht/!5053677/
    4 https://www.forbes.com/sites/tracybrower/2021/05/16/for-happiness-less-really-is-more-6-creative-ways-to-actually-subtract/
    5 https://utopia.de/ratgeber/lithium-abbau-das-solltest-du-darueber-wissen/embed/#?secret=iOzVCmGTea#?secret=X1D3QwtWUy